dem ganzen geht die leere aus


Einsendung in der Kategorie Sonstiges

Kategorie: Sonstiges
Genre/Technik: Inszenierte Collage als Raumentwurf für das Bühnenstück
Technik: Collage, Fotografie, Malerei
Größe: 55 x 65

Künstler: Lise Kruse

Oft sah ich das Dunkle hinnehmen und doch - übermalte - schrie es an lachte es an nie reagierte es Mit was reagieren wir auf Notstand? Eine Frage, die mich in den letzten Wochen nicht loslassen konnte. Nicht mit Utopie. Mit Verneinung vielleicht. Mit Besinnung und stillem Zurückziehen. Viel wird reflektiert, wie alles soweit kommen kann, wie alles einfach so um/brechen kann. Der Rückzug ins Eigene, der Ausschluss der Mit/Menschen, die Stille, die viel zu sehr gegen die unglaublich laute Überforderung ankämpfen muss. In meiner Collage geht es darum. Die zwei verarbeiteten Fotografien sind bereits im April entstanden. Sie zeigen potentielle "Bühnen" im Stadtraum, die thematisch an das Eigenheim, den Rückzugsort anknüpfen. Die eingearbeitete Malerei legt eine abstrakte Räumlichkeit fest. In einer Krise : Was nehmen wir mit? Was ist Raum? Was ist Wohnen? Was ist Schutzraum? Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit Besitz- und Wohlstandsdenken auseinandergesetzt und viel über die sogenannte Isolation nachgedacht. Der Rückzug ist visualisiert in einer totalen Überforderung der Struktur und Öffnung der Nischen. Der Nischen zum Gehen, zum Bleiben, Verstecken und Abwarten. Es sind die Verschachtelungen, die Winkel und Perspektiven, die uns dazu anstiften, zu erstarren. Notstand sollte jedoch immer Neues motivieren, anstoßen und umdenken lassen. Nach dem Motto : Aus der Katastrophe in die Vision, die die Differenz zur Wirklichkeit begründet. Leider glaube ich heute, drei Monate nach Beginn dieser aktuellen, großen Krise, dass wir diesen Umbruchsmoment auch wieder verstreichen lassen, dass uns die Überforderung die Routine zurücksehnen, holen, schreien lässt. Die Arbeit zeigt das, in der Wucht der Kontraste, in den vielen Fenster und der Zerstückelung des Ganzen. Nichts ist belebt, aber es gibt keine Ruhe. Gleichzeitig zeigt es die Idee von neuen Räumen und neuen Verbindungen. Die Bilder und Formen verlaufen in einander und bleiben trotzdem als eigenständige Welt stehen. Die Überwindung dieser Grenzen bedeutet, dass wir dem Gewohnten nicht mehr trauen und es in neue Verbindungen setzen. Genau das versucht diese impulsive Arbeit.
dem ganzen geht die leere aus

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